Hochschulwahl 2021 – TUM Fakultät für Informatik

Wahlprogramm: ELIZA

Eure Liste der Informatiker*innen für zukunftsträchtige Ansätze


Liebe Kommiliton*innen,

wir sind aktive Fachschaftler*innen der Fachschaft Informatik, die sich für die Hochschulwahl 2021 aufstellen.

Wir möchten die Arbeit im Fakultätsrat im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten weiterhin transparent für interessierte Studierende halten. Die Besprechung der Gremienarbeit und Entscheidungsfindungen auf den FS-Info-Sitzungen, an denen sämtliche fakultätsangehörigen Studierenden teilnehmen können, soll auch zukünftig grundlegend für diese Arbeit sein.

Diese Liste steht keiner Partei oder politischen Organisation nahe.

Verfasste
Studierendenschaft

  1. Wir setzen uns für die Wiedereinführung einer verfassten Studierendenschaft ein und sehen dies als den wichtigsten Schritt in eine zukunftsorientierte Hochschullandschaft, die eine Beteiligung und Selbstverantwortung der Studierendenschaft auch entsprechend demokratischer, pluralistischer Grundprinzipien ermöglicht. Einer grundlegenden, vermeintlich „innovativen“ Umgestaltung der Hochschullandschaft Bayerns an dieser Forderung vorbei stehen wir entschieden entgegen.

TUM als Präsenzuni

  1. Eine Rückkehr zu Präsenzveranstaltungen muss dermaßen gehandhabt werden, dass das Fortbestehen rein digitaler Module im Normalfall ausgeschlossen wird. Wir befürworten Vorlesungsaufzeichnungen und -streams und heißen Konzepte willkommen, die in Fällen wie dem Studium während einer Elternschaft Abhilfe schaffen können. Dennoch möchten wir, dass die TUM weiterhin eine Präsenzuni bleibt. Eine jährliche Neuauflage von Vorlesungen anstelle einer Wiederverwendung der Vorjahresaufzeichnungen seitens Dozierenden stellt eine Mindesterwartung an die Lehrverpflichtung dar.

Diversität

  1. Eine Unterstützung der Diversität in ihren zahlreichen Formen muss an der TUM weiterhin stattfinden. Hierzu gehören die Ansprechpartner*innen für Chancengleichheit, das IFF (Informatik-Forum Frauen) und das Diversity & Queer-Referat des AStA, aber auch die durch den DAAD geförderten Vernetzungstreffen für Studierende ausländischer Herkunft. Innerhalb der Fakultät ist es wichtig, den Diskurs über Benachteiligungen fortzuführen.

    Die Renovierungen der Magistrale zur Reduktion von Barrieren sind etwa begrüßenswert, allerdings besteht durch die allgemein mangelnden elektronischen Türöffner noch Nachholbedarf. Darüber hinaus müssen wir auf universitätsübergreifendem Niveau einen Ausbau des BAföG (insbesondere mit Stadtweise angemessenen Zuschlägen) sowie die staatliche Förderung der Studierendenwerke anvisieren, um diese Grundsteine eines bezahlbaren Studiums für alle sozialen Schichten zu stärken.

School-Transition

  1. Die School-Transition, d. H. die Zusammenfassung der Fakultäten Informatik, Mathematik und Elektrotechnik in die SoCIT (School of Computation, Information, and Technology), soll pragmatisch gehandhabt werden. Die Autonomie der Studierendenvertretungen in Studiengangsbündeln bei den für sie relevanten Fragen muss dabei bestehen, auch wenn eine schoolübergreifende Kollaboration der Studierendenvertretungen für die Integration grundlegend sein wird.

Raumnot,
Akademischer Mittelbau

  1. Die SoCIT wird von den Fakultäten Informatik und Mathematik eine erhebliche Raumnot erben, die sich am Campus Garching flächendeckend – selbst im 2019 eröffneten StudiTUM – bemerkbar macht. Wir müssen der Universitätsleitung und den zuständigen Behörden weiterhin klar entgegenhalten, dass die bestehende Situation für eine Präsenzlehre nicht hinnehmbar ist und die Vision einer „Campuskultur“ in Garching von vornherein ausschließt. Der Raumbedarf durch die Neuschaffung zahlreicher Professuren wurde bedauerlicherweise durch eine Vernachlässigung des akademischen Mittelbaus gelindert, welche auch zulasten der Lehre ging: der hohe Anteil studentischer Tutor*innen an dem Lehrbetrieb zeugt davon. Bei zukünftigen Ausbauten der SoCIT in Garching fordern wir daher, dass die Raumverteilung in Bestandsgebäuden auch neu betrachtet wird. Beispielsweise sollen durch Auslagerungen frei werdende Glaskästen den Studierenden zur Verfügung gestellt werden.

Kleine Studiengänge

  1. Auch wenn die Studiengänge für den Bachelor und Master Informatik die mit Abstand zahlreichsten Abschlüsse an unserer Fakultät sind, dürfen kleinere Studiengänge im Lehrbetrieb nicht zu kurz kommen. Wir fordern für alle Studiengänge, dass durch das Universitätsbudget die Finanzierung der Studiengangskoordination abgesichert wird. Dies soll auch eine Voraussetzung für die Schaffung neuer Studiengänge sein. So kann pragmatisch sichergestellt werden, dass die Ansprechpersonen und Verfechter*innen der Studiengänge nicht nur auf Ebene der Studierendenvertretung abgebildet sind. Insofern die Studiengänge durch eigene Lehrstühle betreut werden, müssen diese auch Kapazitäten haben bzw. ausreichend zahlreich sein, um einen ansprechenden Modulkatalog zu füllen.

Drittmittel & Werbung

  1. Die Verwendung von Drittmitteln an der TUM auch außerhalb der Forschung spielt bedauerlicherweise eine große Rolle in der Ermöglichung des Alltagsbetriebs. Bei Einsatz dieser Mittel darf aber nicht in Vergessenheit geraten, dass die Universität an erster Stelle eine öffentliche Einrichtung ist. Sponsoring bei universitären Angeboten im breiteren Sinne darf daher nicht unilateral entschieden werden, sondern muss durch die Studierendenschaft geprüft werden, um eine langfristige Verfestung desselben zu vermeiden. Unter anderem riskiert die Fakultät und Universität bei hoher Inanspruchnahme von Drittmitteln für die Forschung, die Lehre an den betroffenen Lehrstühlen zu vernachlässigen.

    Eine kategorische Ablehnung der Weitergabe von Job- und Dissertations- bzw. Arbeitsangeboten Dritter fordern wir dabei nicht, da etwa Karrieremessen und Aushänge einen Mehrwert für Studierende darstellen können. Vergleichbare Informationsangebote müssen allerdings auch für gewerkschaftliche Betriebsgruppen an der TUM bestehen, da Studierende in großem Maße als Hilfswissenschaftler*innen (etwa durch den Tutorbetrieb) angestellt sind.

Hochschulwahl

  1. Da die Beteiligung der Studierenden in Bayern einen Schutz auf Verfassungsebene genießt, soll die Hochschulwahl ähnlichen Schutzmechanismen wie andere Wahlen unterliegen. Auch daher stellt eine Onlinewahl in unserer Sicht keine gangbare Alternative zu den Präsenz- und Briefwahlformaten dar.

Open-Source,
Datenschutz

  1. Wir begrüßen die zunehmende Nutzung von Open-Source-Alternativen zu proprietären und datenschutztechnisch bedenklicheren Angeboten und freuen uns, dass diese an der Fakultät für Informatik besonders ausgeprägt ist. (TUMExam+BBB statt Proctorio, BBB statt Zoom, Matrix/Element/Zulip statt Slack/Discord.) In Anwendungsfächern und Exportmodulen aus anderen Fakultäten bestehen allerdings nicht dieselben Rahmenbedingungen. Hier müssen wir auf zielgerichtete Zusammenarbeit mit Professor*innen hoffen.

Campusleben

  1. Um das Campusleben nachhaltig zu verbessern, müssen fußgänger*innen- und radfahrer*innenfreundliche Umgestaltungen im Garchinger Forschungszentrum getroffen werden. Ganz konkret könnten verkehrsberuhigende Maßnahmen zwischen der Bäckerei Riedmair und dem StudiTUM dazu beitragen, indem zu Stoßzeiten dem hohen Rad- und Fußaufkommen die Überquerung in Richtung Mensa oder U-Bahn erleichtert wird.

  2. Die verstärkenden Essensangebote durch die drei Imbissbuden am Campus Garching müssen bestehen bleiben und, falls möglich, ausgeweitet werden. Eine preiswerte Verpflegung ist von dem Neubau GALILEO auch aufgrund der Teilnutzung als Hotel nicht unbedingt zu erwarten.

Akademische Maßstäbe
im Studium

  1. Da das BSc.-Studium auch auf die BSc.-Arbeit vorbereiten sollte, ist es notwendig, im Voraus entsprechende akademische Maßstäbe zu setzen. Bereits bei Ausarbeiten zu BSc.-Seminaren und -Praktika muss ein hoher Wert auf formale Vorgaben und Zitierweisen gelegt werden.

Platz für studentische
Initiativen

  1. Durch den Fachschaftenrat akkreditierte studentische Initiativen sollten zu Zeiten, wo eine Einschränkung der Lernmöglichkeiten nicht resultiert, weiterhin die Magistralenräume für ihre Aktivitäten nutzen können. Lösungen entsprechend der StudiTUM-Rollkästen wären eine effektive Möglichkeit, diese Nutzungen attraktiver zu gestalten.

Kandidat*innen zur Hochschulwahl 2021 (TUM-Login erforderlich)

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